Tim Cook, CEO von Apple, spricht sich klar für mehr Frauen in der Tech-Branche aus. In einem exklusiven Interview mit Alphr während seiner iPhone-8-Europatour warnte er: Der Mangel an Frauen in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) wirft nicht nur ein schlechtes Licht auf die Gesellschaft, sondern gefährdet den gesamten Sektor.

"Das ist entscheidend", betonte der 56-Jährige. "Wir müssen dieses Problem gemeinsam lösen, sonst geht die Technologie bergab. Die USA werden ihren technologischen Vorsprung einbüßen."
In einer Londoner Wohnung traf Alphr auf Cook, der nach Stationen in Paris – inklusive eines Treffens mit Präsident Emmanuel Macron – noch immer energiegeladen wirkte. Er analysierte die Ursachen des Vielfaltsmangels und kritisierte, dass Unternehmen zu wenig tun, um die Geschlechterkluft zu schließen.
"Schulen sprechen hauptsächlich Jungen an", erklärte Cook. "Sie zeigen vorwiegend Spiele, statt das Interesse aller zu wecken. Dort fängt das Problem an. Zudem fehlen weibliche Vorbilder, auf die Schülerinnen blicken und sagen können: 'Wow, sie ist eine tolle Programmiererin – ich will das auch.'"
Außerhalb der Schulen sehen Tech-Firmen laut Cook Schwächen bei der Bindung von Frauen, etwa durch mangelnde Flexibilität bei Familie und Karriere. "Viele Unternehmen verbessern sich, doch in Branchen ohne genug Frauen an der Spitze bleibt der Wandel aus."
Bei Apple stieg der Frauenanteil bei Einstellungen von 31 % (2014) auf 37 % im Vorjahr. 27 % der Neuen gehören unterrepräsentierten Minderheiten an (Schwarze, Hispanoamerikaner, Ureinwohner). Cook räumt ein: Der Fortschritt ist "zu langsam", aber "die Dinge ändern sich". Seit August 2016 gilt gleiche Bezahlung: Frauen und Minderheiten verdienen dollar für dollar wie Männer.
"Wir investieren viel Energie und sind hochmotiviert", sagte Cook.
In London traf Cook ARKit-Entwickler. Die Integration von Augmented Reality in iOS 11 ermögliche Kreativität: "Die Technologie läuft im Hintergrund, sodass Nutzer innovieren können." Er verglich ARs Impact mit Multitouch: "Es verändert alles – horizontal quer durch Branchen, fördert echte Verbindungen, Produktivität und Lernen."
Wie beim App Store 2008 werde AR anfangs unterschätzt, dann unverzichtbar: "Die Leute werden sagen: 'Ich kann nicht glauben, dass ich je ohne gelebt habe.'"
Cooks Besuch fiel mit der EU Code Week zusammen (7.–22. Oktober), die Programmieren fördert. Apple bietet in Stores Codingsessions an. "Programmieren ist die wichtigste Zweitsprache", betonte er.
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Apple plant über 6.000 Sessions in 100 Stores in 10 Ländern via Today at Apple, fokussiert auf Swift. Dazu gehören "Get Started with Coding", "Kids Hour Sphero Maze Challenge" und "How to Program Robots with Swift Playgrounds".
Seit 2016 kostenlos: Swift Playgrounds (1,4 Mio. Downloads) und "Jeder kann programmieren"-Lehrplan in 15 Sprachen.
"Code ist Technologys Sprache. Programmieren lehrt Problemlösen, Kreativität und App-Entwicklung – für alle zugänglich.", sagte Apple. Cook: "Programmieren ist die Sprache der Zukunft."
Andere Initiativen: BBCs Millionen-Kinder-Programm mit micro:bit, Microsofts Minecraft Education.
Termine: events.codeweek.eu und apple.com/uk/today. Online-Ressourcen:
- Kostenlos programmieren lernen: 8 kostenlose UK-Kurse zu Programmieren und App-Entwicklung
- Die 5 besten Programmierkurse für Kinder in Großbritannien
- Die besten Python-Kurse auf Udemy
- SoloLearn bringt Ihnen bei, überall und jederzeit zu programmieren, und es ist kostenlos
Bild: Brooks Kraft/Apple