Wissenschaftliche Forschung assoziiert man oft mit großen Durchbrüchen wie der Krebsbekämpfung oder Klimaschutzmaßnahmen. Die Ig-Nobelpreise stellen diese Vorstellung auf den Kopf und ehren die kuriosesten, aber echten wissenschaftlichen Entdeckungen des Jahres – Studien, die uns zum Kopfschütteln und Schmunzeln bringen.

Die ausgezeichneten Projekte werfen Fragen auf, warum jemand Zeit in solche Untersuchungen investiert hat. Hier sind neun Highlights der Ig-Nobelpreise 2017. Welcher ist Ihr Favorit? Teilen Sie es mit uns auf Twitter.
1. Ig-Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften: Kein Glücksspiel mit Krokodil

Wollen Sie riskantere Wetten platzieren? Greifen Sie vorab zu einem Salzwasserkrokodil. Die Studie „Never Smile at a Crocodile…“ mit 62 Männern und 41 Frauen zeigte: Wer ein Krokodil hielt, bevor er einen Spielautomaten bediente, traf riskantere Entscheidungen – unabhängig vom Geschlecht. Besonders risikobereite Spieler setzten höher. Ob gesteigertes Selbstvertrauen der Grund ist, bleibt spekulativ.
2. Ig-Nobelpreis für Frieden: Didgeridoo vor dem Schlafengehen gegen Schnarchen

Schnarchen und Schlafapnoe plagen Sie? Eine Studie ergab: Regelmäßiges Didgeridoo-Spielen lindert Symptome bei moderater Apnoe, indem es nasale Obstruktionen reduziert. Der Artikel erschien 2005 im British Medical Journal.
3. Ig-Nobelpreis für Physik: Katzen als Flüssigkeit

Die Arbeit „Can a Cat Be Both a Solid and a Liquid?“ von Marc-Antoine Fardin beleuchtet, wie Katzen sich in Behälter quetschen – ähnlich wie Flüssigkeiten. Tatsächlich geht es um Relaxationszeiten in der Rheologie. Eine clevere Analogie, die physikalische Prinzipien anschaulich macht.
4. Ig-Nobelpreis für Anatomie: Warum ältere Männer größere Ohren haben

James Heathcote maß 1995 das linke Ohr von 206 Männern (30–93 Jahre) und fand: Ohren wachsen mit dem Alter um ca. 0,22 mm pro Jahr. Warum, bleibt ungeklärt.
5. Ig-Nobelpreis für Biologie: Höhleninsekten mit vertauschten Geschlechtsorganen

Vier Neotrogla-Arten in brasilianischen Höhlen haben Geschlechtsrollen getauscht: Weibchen besitzen penisartige Genitalien mit Stacheln, Männchen vaginaartige. Grund: Weibchen paaren länger und öfter.
6. Ig-Nobelpreis für Fluiddynamik: Das Schwappen von Getränken entschlüsselt

Jiwon Han von der University of Virginia analysierte, warum Kaffee in der Tasse schwappt, wenn man rückwärts geht – fundamentale Einsichten in Flüssigkeitsdynamik.
7. Ig-Nobelpreis für Ernährung: Vampirfledermäuse saugen Menschenblut

In brasilianischen Trockenwäldern fanden Forscher Huhn- und Menschenblut in Mägen haariger Vampirfledermäuse. Mangel an Wildvögeln treibt sie zu alternativen Quellen.
8. Ig-Nobelpreis für Medizin: Warum manche Käse hassen

Gehirnscans zeigen: Bei Käse-Abneigern aktivieren Belohnungszentren beim Riechen oder Essen Ekel statt Freude. Fehlende Aktivität im ventralen Pallidum verstärkt die Abneigung.
9. Ig-Nobelpreis für Kognition: Zwillinge erkennen sich gegenseitig perfekt

Eineiige Zwillinge identifizieren Fotos ihres Geschwisters genauso treffsicher wie ihr eigenes – auch gedreht und ohne Haare. Eine Studie mit manipuliereten Bildern bestätigt dies.