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Fatberg-Autopsie: Superbakterien und Drogenrückstände im 130-Tonnen-Monster der Londoner Kanalisation

Ein gigantischer Klumpen aus geronnenen menschlichen Exkrementen blockierte kürzlich die Kanalisation unter den Straßen Londons und sorgte für Schlagzeilen.

Fatberg-Autopsie: Superbakterien und Drogenrückstände im 130-Tonnen-Monster der Londoner Kanalisation

Der sogenannte „Fatberg“ – ein Begriff, der in London üblich ist – maß 250 Meter in der Länge und bestand aus Fett, Öl, Feuchttüchern sowie Hygieneprodukten. Mit einem Gewicht von 130 Tonnen entsprach er dem von 11 Doppeldeckerbussen.

Thames Water plant, Teile dieses Monsters in Biodiesel umzuwandeln – genug, um 350 Routemaster-Busse einen Tag lang zu betreiben. Channel 4 hat nun eine „Autopsie“ durchgeführt, deren Ergebnisse in der Sendung Fatberg Autopsy: Secrets of the Sewers um 21 Uhr enthüllt werden. Neben typischen Funden wie Kondomen, Binden, Windeln, Feuchttüchern und Wattestäbchen wurden antibiotikaresistente „Superbugs“ entdeckt.

Labortests ergaben Stämme von Listerien, Campylobacter und E. coli, die auch unter Behandlung überleben. Solche Bakterien können lebensbedrohlich sein und bei Verstopfungen in Haushalte gelangen. Fatbergs werden in Großbritannien zum wachsenden Problem, da die Abwässerinfrastruktur mit modernen Gewohnheiten überfordert ist. Moderator Rick Edwards und Pathologietechnikerin Carla Valentine arbeiteten mit Experten zusammen, um den Inhalt zu analysieren.

Fette und Öle aus Speisen, Duschgels und Cremes sowie nicht spülbare Feuchttücher sind Hauptursachen. Bauingenieur Andy Drinkwater erklärt: „Das Fett haftet an Rohrinnenwänden, Feuchttücher bleiben daran kleben, weiteres Fett baut die Masse auf.“

Die Analyse fand zudem Spuren von Straßen-drogen und Medikamenten: Kleine Plastiktütchen mit Nadeln und Spritzen, Salicylsäure (aus Aknec remes), Paracetamol, Hordenin und Ostarin – letzteres ein verbotenes Muskelaufbau-Mittel nach WADA-Liste, in Großbritannien nicht zugelassen.

Fatberg ausgestellt

Vom 9. Februar bis 1. Juli zeigt das Museum of London den Fatberg in der Ausstellung „City Now City Future“ unter dem Titel „Fatberg!“. Sie regt Diskussionen über moderne Lebensweisen an: Bis 2050 leben über 70 Prozent der Weltbevölkerung städtisch. Die Schau erklärt Entstehung, Konservierung und Recycling des Fatbergs.

„Dieser Fund unterstreicht Londons Herausforderungen beim Wachstum“, sagt Direktorin Sharon Ament. „City Now City Future beleuchtet urbane Zukünfte. Wir präsentieren echte Kuriositäten aus Londons Vergangenheit und Gegenwart.“

Was ist ein Fatberg?

Fatbergs entstehen durch Feuchttücher, Hygieneartikel in Toiletten oder Fett in Küchenspülen. Dieser wurde unter der Whitechapel Road entdeckt, beschädigte das viktorianische System und wurde im Oktober entfernt.

Fatberg-Autopsie: Superbakterien und Drogenrückstände im 130-Tonnen-Monster der Londoner Kanalisation

Alex Saunders von Thames Water zu den Biodiesel-Plänen: „Es mag ein Monster sein, aber der Whitechapel-Fatberg verdient eine zweite Chance. Mit Argent Energy wandeln wir es in grünen Kraftstoff um – perfekt für Umwelt und Kunden, auf dem Weg zu 33 Prozent erneuerbarem Strom bis 2020.“

Fatberg-Autopsie: Superbakterien und Drogenrückstände im 130-Tonnen-Monster der Londoner Kanalisation

„Es gibt ihm neues Leben als biologisch abbaubarer Brennstoff statt Überschwemmungen.“ Dies ist nicht der erste Fatberg in London, doch die Wiederverwendung ist neu. „Wir sprengen sie mit Hochdruckwasser und saugen sie ab“, sagt Saunders. „Früher landeten sie auf Deponien oder im Klärwerk – nun erwecken wir sie als Biodiesel zum Leben.“