Der große Moment ist da: Tausende reisen in die USA, um eine der beeindruckendsten totalen Sonnenfinsternisse dieses Jahrhunderts live zu erleben.

Ab dem Vormittag pazifischer Zeit zieht sich die Sonnenfinsternis 2017 über ein 70 Meilen breites Band und durchquert 14 US-Staaten.
In Großbritannien bleibt sie leider nur partiell sichtbar – doch die NASA streamt das Ereignis live online. Ein Team führender Wissenschaftler hat zudem eine präzise Computersimulation erstellt, die zeigt, wie sich die Finsternis entfaltet.
Mehr Infos: Sonnenfinsternis 2017 – Alles, was Sie wissen müssen
Forscher von Predictive Science Inc. (PSI) in San Diego starteten am 28. Juli 2017, unterstützt von NASA, Air Force Office of Scientific Research und National Science Foundation, eine umfassende Simulation der Sonnenoberfläche. Ziel: Eine genaue Vorhersage des Aussehens der Sonnenkorona – der ausgedehnten Plasmaaura der Sonne.

Links: Digital verarbeitete Polarisationshelligkeit mit Wavelet-Filter für mehr Details. Rechts: Ausgewählte Magnetfeldlinien aus dem Modell.
Das PSI-Team nutzte Supercomputer wie Stampede2 (Texas Advanced Computing Center), Comet (San Diego Supercomputer Center) und NASAs Pleiades, um hochaufgelöste Simulationen exakt auf den Finsternismoment abzustimmen.
Siehe auch: NASAs Schutz vor dem Yellowstone-Supervulkan. Der NASA-Livestream der Eklipse läuft bereits – schauen Sie hier rein.
Basierend auf Daten des Helioseismic and Magnetic Imager (HMI) vom Solar Dynamics Observatory (SDO), kombiniert mit Magnetfeldkarten, Rotationsraten und fortschrittlichen Magnetohydrodynamik-Modellen, analysierten die Experten die Korona-Dynamik.
Die Simulationen nicht nur visualisieren die Finsternis, sondern deuten auch auf einen koronalen Massenauswurf aus einer aktiven Region am östlichen Sonnenrand hin – eine massive Plasmfreisetzung.
„Fortschrittliche Rechenleistung ist essenziell für detaillierte Modelle der Sonnenkorona und des Sonnenwinds“, erklärt Jon Linker, Präsident und Chef-Forscher bei PSI. „Die Leistungssteigerung hat Auflösung und Physik treffender gemacht.“
Erste Prognosen lagen am 31. Juli vor; die Ergebnisse werden auf der Solar Physics Division (SPD) der American Astronomical Society (AAS) präsentiert.
Bilder: Predictive Science Inc. (PSI)