Roboter erobern immer mehr Berufe – sogar der Priesterberuf ist nicht mehr sicher.
Der japanische Humanoid-Roboter Pepper von SoftBank ist nun als buddhistischer Priester programmiert und führt Beerdigungen durch. Dieser etwa 1,2 Meter große Roboter wurde mit der Fähigkeit ausgestattet, Sutras zu rezitieren, während er auf eine Trommel schlagen kann. Anfang der Woche präsentierte man ihn auf der Life Ending Industry Expo in Tokio.
Ein Video von Nippon News zeigt Pepper in Aktion als Roboterpriester.
Pepper hat noch keine echten Beerdigungen abgehalten, doch das japanische Unternehmen Nissei Eco Co. plant, ihn für rund 350 £ (50.000 Yen) einzusetzen. Menschliche buddhistische Priester verlangen dagegen typischerweise 1.700 £ (240.000 Yen), berichtet Reuters.
Ursprünglich für Kundenservice in Banken, Geschäften oder zur Begrüßung entwickelt, reagiert Pepper dank Kamera und Sensoren auf menschliche Emotionen. Er kann Witze erzählen und lachen sowie aus Gesprächen auf Japanisch und Englisch lernen. Ende 2016 setzte Nescafé 1.000 Pepper-Roboter in japanischen Geschäften ein, um Kunden bei der Nespresso-Auswahl zu beraten. Später ersetzte er Personal in einem Tokioter Telefonladen.
Pepper ist nicht der erste Roboter im geistlichen Dienst: Im Mai 2017 installierte die deutsche Stadt Wittenberg zum 500-jährigen Reformationsjubiläum einen Roboterpastor BlessU-2 – genau dort, wo Martin Luther seine 95 Thesen an die Kirchentür nagelte.

BlessU-2 verfügt über einen Touchscreen, zwei beleuchtete Arme und einen Kopf. Gläubige wählen Segnungen auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch oder Polnisch – mit männlicher oder weiblicher Stimme. Beim Segen hebt er die Arme, öffnet die Handflächen und strahlt Licht aus.
Bild: YouTube