Update 06.09.2017: In einem Blogbeitrag zur Ankündigung neuer Farben für Surface-Laptops hat Microsoft mehr Zeit für den kostenlosen Umstieg von Windows 10 S auf Windows 10 Pro gewährt.

Benutzer können bis zum 31. März 2018 kostenlos upgraden. Microsoft betont damit mehr Flexibilität für Käufer von Schulanfangs- oder Weihnachtsgeschenken.
Originalartikel
Was ist Windows 10 S? Es handelt sich um eine eingeschränkte Variante von Windows 10, die ausschließlich Apps aus dem Microsoft Store installiert. Als IT-Experte mit langjähriger Erfahrung in Betriebssystemen erkläre ich die Kernunterschiede und Hintergründe.
Windows 10 S nutzt dieselbe Codebasis wie das volle Windows 10, erfindet also nichts Neues. Microsoft schränkt jedoch die App-Installation auf den Store ein, um Sicherheit und Einfachheit zu priorisieren – eine Lektion aus früheren Fehlern.
Der Vorgänger Windows RT, eine ARM-basierte Windows-8-Version für nur Store-Apps, scheiterte kläglich. Wenige Hersteller boten RT-Geräte an, Verkaufszahlen blieben niedrig. Viele Nutzer waren frustriert, da gängige Programme wie Chrome oder Firefox fehlten. Retourenquoten wurden als "schmerzhaft" beschrieben.

Schließlich blieb nur Microsofts Surface RT übrig, das mit Windows 10 stillschweigend eingestellt wurde.
Chromebook-Killer?
Warum könnte Windows 10 S erfolgreicher sein? Der Markt hat sich verändert: Gesperrte Systeme wie Chrome OS boomen in Schulen. 2016 machten Chromebooks 58 % der US-Schulneulieferungen aus (Futuresource Consulting). Windows sank auf 22 % in den USA, hält aber weltweit 65 % im Bildungsmarkt.
Mike Fisher von Futuresource betonte: "Microsoft muss die Nutzer-Meinung zurückgewinnen." Chromebooks überzeugen durch Einfachheit. Ein cloudoptimiertes, schlankes OS wie Windows 10 S passt perfekt.

Chrome-Erfolg beruht nicht nur auf App-Sperre, sondern auch auf Preis und Verwaltung. Windows 10 S-Geräte starten günstig (siehe Hardware-Leitfaden S. 36). Ergänzt wird es durch Intune for Education: Cloud-Verwaltung für Schulen ab 30 USD pro Gerät – ideal für Lehrer ohne IT-Team.
Verbrauchergeräte
Microsoft zielt auch auf Verbraucher ab. IDC meldet: Chromebooks überholten Macs in den USA. PC-Verkäufe stiegen leicht (0,6 %), da IDC Chromebooks einrechnet – Gartner nicht (-2,4 %).
Chromebooks erobern den Einstiegsmarkt. Dennoch lanciert Microsoft Windows 10 S auf dem Premium-Surface-Laptop (ab 979 £, Core i5/4 GB/128 GB SSD). Upgrade auf Pro kostet 49 USD jederzeit.

Analyst Benedict Evans fragte treffend: Ist Windows 10 S nur Windows mit einer Einstellung zur Store-Beschränkung? Tatsächlich existiert diese Option schon in Windows 10.
Mehr als eine Checkbox? Windows 10 S bootet in 15 Sekunden beim ersten Login und imaged in 30 Sekunden von USB – ideal für Klassenzimmer.