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Schifffahrt setzt auf eLoran statt GPS: Schutz vor Cyberangriffen durch robuste Funknavigation

Das wachsende Risiko von Cyberangriffen auf Schiffsnavigationssysteme treibt Länder dazu, auf funkbasierte Alternativen zurückzugreifen – Technologien, die auf Entwicklungen aus dem Zweiten Weltkrieg basieren.

Schifffahrt setzt auf eLoran statt GPS: Schutz vor Cyberangriffen durch robuste Funknavigation

Die Dominanz von GPS und anderen globalen Navigationssatellitensystemen (GNSS), kombiniert mit dem Verlust traditioneller Kartierfähigkeiten bei Seeleuten, macht die Schifffahrtsbranche zunehmend anfällig für Hackerangriffe.

Nach Berichten von Reuters entwickelt Südkorea derzeit eine sicherere Alternative. Die USA und Russland planen ebenfalls den Einsatz von funkbasierter Navigationstechnologie wie eLoran.

eLoran ist eine Weiterentwicklung von Loran (Long Range Navigation), das während des Zweiten Weltkriegs von den USA entwickelt wurde. GNSS-Signale bieten präzise Positionen, sind jedoch schwach und leicht zu stören oder zu fälschen. eLoran-Signale sind etwa 1,3 Millionen Mal stärker – Hacker bräuchten eine riesige Antenne und leistungsstarke Sender, um sie zu beeinträchtigen.

Lee Byeong-gon, Beamter im südkoreanischen Ministerium für Ozeane und Fischerei, erklärte gegenüber Reuters, die Regierung arbeite bis 2019 an drei eLoran-Teststandorten. Auf der Insel Ganghwa gibt es jedoch Widerstand von Anwohnern gegen eine 122 bis 137 Meter hohe Antenne in ihrer Nähe.

Neben ästhetischen Bedenken zu großen eLoran-Sendern schrecken die hohen Kosten für ein flächendeckendes Netz viele Regierungen ab, insbesondere in Europa.

Trotz dieser Hürden motiviert die GPS-Abhängigkeit der Schifffahrt mehrere Länder, Südkoreas Beispiel zu folgen. In den USA wartet ein Gesetzentwurf zur Einrichtung eines eLoran-Systems auf den Senat, während Russland eChayka – eine eigene eLoran-Variante – aufbaut.

Die britischen und irischen Leuchtturmbehörden testeten eLoran, doch fehlendes Interesse anderer europäischer Länder bremste das Vorhaben. Großbritannien betreibt einen Sender im Norden Englands; Experten fordern mindestens eine weitere Station für einen zuverlässigen Dienst – das erfordert Regierungsengagement.

Anfällige Infrastrukturen

Cyberangriffe auf Schifffahrtsrouten könnten staatliche Unterstützung erzwingen. Im Juli 2016 verband sich Sicherheitsforscher x0rz via Shodan (Suchmaschine für IoT) als Admin mit einem Schiff.

"Suchen Sie einfach auf Shodan, verbinden Sie sich mit der Benutzeroberfläche, loggen Sie sich mit Standard-Zugangsdaten ein – voilà, Sie sind drin", sagte x0rz zu Alphr. Betroffen seien nur wenige Schiffe.

Außerhalb der Schifffahrt verursachen digitale Netzwerke Probleme bei anderen Infrastrukturen. Das britische Schienennetz litt unter mehreren Cyberangriffen. Sicherheitsforscher Sergey Gordeychik von Kaspersky Lab warnte 2016: Hacker könnten Signale, Weichen und Züge manipulieren und "eine echte Katastrophe" auslösen.

Verwandt: NHS-Cyberangriff – Britische Krankenhäuser und Stromnetz wurden 2016 gehackt. "Hacker greifen nicht nur Infoschilder, sondern Systeme für Züge, Signale und Weichen an – mit katastrophalen Folgen für die Sicherheit", betonte Gordeychik.

Der Rückgriff auf bewährte, analoge Systeme schafft Backups für anfällige Digitaltechnik. US-Behörden wie FBI, CIA und DARPA nutzen Faxgeräte statt E-Mails für FOIA-Anfragen – teils, um Prozesse zu verlangsamen, wie Klagen andeuten.