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Instagram-Filter als Frühindikator für Depressionen? Studie der University of Vermont

Manche Menschen signalisieren in ihren Social-Media-Posts offen, dass sie Hilfe brauchen. Anderen gelingt dies unbewusst, wie eine Studie der University of Vermont belegt.

Instagram-Filter als Frühindikator für Depressionen? Studie der University of Vermont

Ähnlich wie in Picassos blauer Periode können Farben und Komposition von Bildern viel über den emotionalen Zustand des Urhebers aussagen – wenn man weiß, worauf es ankommt.

Die Diagnose von Depressionen ist oft herausfordernd, da Hausärzte nur in 42 % der Fälle richtig liegen. Ein auf psychologischer Forschung basierender KI-Algorithmus, trainiert auf Vorlieben für Farbe, Helligkeit und Schattierung, erreichte hingegen eine Trefferquote von 70 %. Kein perfektes Ergebnis, doch ausreichend, um das Potenzial künstlicher Intelligenz in der Psychiatrie zu diskutieren.

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Die KI analysierte 43.950 Fotos aus den Instagram-Feeds von 166 Freiwilligen, von denen 71 in den letzten drei Jahren klinisch diagnostizierte Depressionen durchlitten hatten. „Trotz der begrenzten Stichprobe konnten wir klare Unterschiede in den Social-Media-Beiträgen depressiver und nicht-depressiver Personen feststellen“, erklärt Dr. Andrew Reece, Co-Autor der Studie. „Besonders relevant: Diese Muster zeigten sich bereits vor der offiziellen Diagnose.“

Depressive Nutzer posteten tendenziell dunklere Bilder mit blauen und grauen Tönen. Während gesunde User helle Filter wie Valencia bevorzugten, wählten Betroffene Inkwell, das alle Farben entzieht. „Menschen mit Depressionen entschieden sich für Filter, die ihren Bildern buchstäblich das Leben raubten“, fassen die Forscher zusammen.Instagram-Filter als Frühindikator für Depressionen? Studie der University of Vermont

Ein weiteres Muster: Depressive posteten öfter Gesichter, aber mit weniger Personen darauf – möglicherweise „traurige Selfies“.

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Menschen, die Fotos bewerten sollten, lagen oft richtig, aber schlechter als die KI und mit anderen Begründungen. „Sie kennen Ihre Freunde besser als ein Computer“, betont Professor Christopher Danforth, Co-Autor. „Beim Scrollen durch Instagram überschätzen viele ihre Fähigkeit, Depressionen zu erkennen.“Instagram-Filter als Frühindikator für Depressionen? Studie der University of Vermont

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Der Nutzen? KI-Screening könnte Betroffenen frühzeitig Hilfe anbieten. „Unser digitaler Fußabdruck verrät viel“, sagt Danforth. „Intelligente Algorithmen erkennen Signale für psychische Erkrankungen.“

Dennoch werfen ethische und Datenschutzfragen Schatten: Facebooks Emotionsstudie sorgte für Aufschrei, DeepMinds NHS-Beteiligung ist kontrovers. In dieser Studie gaben 43 % der Teilnehmer auf, als sie von der Datenfreigabe erfuhren.

Bei knappen Ressourcen in der Psychiatrie könnte KI-Screening zukunftsweisend sein. „Kein diagnostischer Test, aber ein Machbarkeitsnachweis“, schließt Danforth.

Fühlen Sie sich deprimiert oder sorgen Sie sich um einen Freund? Die Samariter bieten vertrauliche Unterstützung: Rufen Sie 08457 90 90 90 an, besuchen Sie eine lokale Zweigstelle oder die Website.