Fast überall, wohin wir blicken, ist unsere Umwelt menschengemacht. Von Megastrukturen bis hin zu Fernbedienungen – sogar große Teile der Landschaft werden von uns geformt oder gestaltet. Computergestütztes Design hat hierfür einen entscheidenden Beitrag geleistet und uns Ikonen wie den Gherkin-Turm in London ermöglicht, die zuvor undenkbar waren.

Die Kombination aus generativem Design, maschinellem Lernen und unbegrenzter Rechenleistung in der Cloud verändert unsere Umwelt nun radikal. Bald könnte der Begriff 'menschengemacht' obsolet werden: Unsere Zukunftsumwelt wird von Algorithmen für den Menschen gestaltet.
Diese Vision wird diese Woche bei der Autodesk University in London greifbar. Tausende Kunden und Partner des Designsoftware-Riesen Autodesk versammeln sich, um aktuelle Produkte und Schlüsseltrends zu erkunden. Als Branchenexperte mit langjähriger Erfahrung in Architektur und Produktentwicklung sehe ich hier die spannendste Zeit für Designer seit Langem – von der Produktentwicklung über Architektur bis Entertainment.
Virtual Reality (VR) dominiert erwartungsgemäß, erweitert ihren Einsatz nun auf neue Felder. Ein Highlight: Wie VR und Mixed Reality das Storytelling revolutionieren – vom 'Storytelling' zum immersiven 'Story Living'. VR transformiert auch die Fertigung physischer Produkte; jeder Beruf in der gebauten Umwelt investiert massiv in Tools, um zukunftsweisende VR-Visionen zu realisieren.
Doch künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen entfalten echte Durchbrüche. Autodesk demonstriert Technologien, die Gebäudearchitekten optimale Bürolayouts ermöglichen – Layouts, die für Menschen unmöglich zu konzipieren oder gar zu verstehen wären.
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In den Demos bleibt generatives Design meist auf Büros beschränkt. Doch warum nicht auf Wohnraum anwenden? Moderne Neubausiedlungen folgen traditionellen Mustern – trotz innovativer Bautechniken ändern sich die Grundrisse kaum.
Die Kernfrage: Sind wir mutig genug, traditionelle Wohnkonzepte aufzugeben und maschinendesignte Alternativen zu akzeptieren? Egal, wie sehr Algorithmen Faktoren wie Freiraum, Licht und Privatsphäre optimieren – Abweichungen vom klassischen Reihenhaus mit Vorderfenstern, Wohnzimmer und Küche werden vom Markt skeptisch betrachtet.
Als Menschen scheuen wir radikale Sprünge. Algorithmen müssen diesen menschlichen Faktor meistern, um Gestalter unserer Lebensräume zu werden.