DeuAq.com >> Leben >  >> Elektronik

Apple verliert Klage gegen kleine norwegische iPhone-Reparaturwerkstatt

Apple legt großen Wert auf professionelle iPhone-Reparaturen. Der Konzern besteht darauf, dass Kunden nur autorisierte Dienstleister nutzen, die einen strengen Zulassungsprozess durchlaufen haben.

Apple verliert Klage gegen kleine norwegische iPhone-Reparaturwerkstatt

Deshalb sorgte es nicht für Verwunderung, als Apple im vergangenen Jahr eine kleine, unabhängige Reparaturwerkstatt in Norwegen verklagte. Grund: Der Import angeblicher "gefälschter" iPhone-Bildschirme. Überraschend hingegen: Der Tech-Riese hat den Fall verloren.

Laut Hauptplatine ging es um Werkstattbesitzer Henrik Huseby. Norwegische Zollbehörden hatten iPhone-6- und 6S-Ersatzbildschirme aus Asien beschlagnahmt. Apple bot eine Einigung an: Huseby sollte "keine Produkte herstellen, importieren, verkaufen, vermarkten oder sonstwie damit handeln, die Apples Markenzeichen verletzen" und eine Strafe von 27.700 norwegischen Kronen (ca. 2.494 £) zahlen.

Siehe: Apple wird wegen Verwendung des Begriffs „Animoji“ verklagt

Huseby lehnte ab und kämpfte vor Gericht weiter. Die Details finden sich in dieser norwegischen Gerichtsakten. Der Import solcher Bildschirme ist in Norwegen legal, solange Apples Markenzeichen nicht sichtbar ist. Die Teile trugen ein verdecktes Apple-Logo auf der Rückseite, markiert mit einem Stift, und wurden nicht als Originale vermarktet.

"Das norwegische Gesetz verbietet norwegischen Handy-Reparateuren nicht, 100-prozentig kompatible Bildschirme aus Asien zu importieren, die identisch mit Apples iPhone-Displays sind – vorausgesetzt, das Apple-Logo ist nicht angebracht", heißt es im Bericht.

Ein heikler Fall: EU-Markenrecht schützt Logos auf refurbished Teilen. Doch da Husebys Bildschirme kein sichtbares Apple-Logo auf der Vorderseite hatten, urteilte das Gericht zu seinen Gunsten. Apple hat Berufung eingelegt.

Fälschungen simulieren Originale – das taten diese Bildschirme aus China nicht.

Für Huseby ein Sieg, doch Apple kämpft global gegen unabhängige Reparaturen. In den USA fehlt Händlern oft das Recht auf Teile oder Handbücher; Razzien sind dokumentiert.

In Großbritannien ist der Bildschirmaustausch durch Dritte legal. Die Apple-Garantie erlischt dabei, was transparent kommuniziert wird.

Der Fall fiel zeitlich mit Problemen bei iPhone-8-Geräten mit Drittanbieter-Bildschirmen zusammen: Nach iOS 11.3-Update versagten sie.

Wir haben Apple um Stellungnahme gebeten.

Bild: Shutterstock