Es begann mit Dolly, dem Schaf – dem bahnbrechenden Säugetier, das durch somatischen Zellkerntransfer (SCNT) geklont wurde. Danach folgten Kühe, Schweine, Hunde, Katzen, Mäuse und Ratten. 22 Jahre später, nach Dollys Erschaffung, die Ängste vor menschlichem Klonen weckte, präsentieren wir Zhong Zhong und Hua Hua: die ersten Primaten, die mit dieser Technik erfolgreich geklont wurden.

"Die Barriere beim Klonen von Primaten ist nun überwunden", erklärt Muming Poo von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Shanghai. Zhong Zhong und Hua Hua – benannt nach 'Zhonghua', was 'chinesische Nation' bedeutet – zeigen, dass menschliches Klonen theoretisch machbar wäre. Poo betont jedoch: Sein Team hat keine Pläne dazu, da ethische Gründe eine solche Forschung gesellschaftlich verbieten würden.
Das Ziel der Forscher: genetisch identische Affen für die Laberforschung schaffen. Aktuelle Modelle basieren meist auf Mäusen – günstig und einfach, doch oft irreführend, da Ergebnisse nicht auf Menschen übertragbar sind. Klonen genetisch näherer Tiere könnte die Medizin revolutionieren, wenngleich Bedenken bestehen.
So funktioniert der somatische Zellkerntransfer (SCNT)
Zur Erklärung: Beim SCNT entfernen Wissenschaftler den Zellkern mit DNA aus einer Eizelle und ersetzen ihn durch den Kern einer anderen Zelle. Das modifizierte Ei teilt sich, bildet einen Embryo und wird in eine Mutter eingepflanzt, der es austrägt.
In der Praxis ist der Prozess ineffizient: Für Zhong Zhong und Hua Hua brauchte es 127 Eizellen. Bisher klonten die Forscher nur aus Fötus-DNA gesunde Babys, nicht aus adulten Zellen. Frühere Primatenversuche scheiterten vor dem Blastozysten-Stadium. Der Erfolg beruht auf der Vermeidung epigenetischer Veränderungen.
Klarstellung: Zhong Zhong und Hua Hua sind nicht die allerersten Primatenklone. 1999 kam Tetra, ein Rhesusaffe, durch Embryoaufspaltung zur Welt – eine einfachere Methode wie bei eineiigen Zwillingen, die maximal vier Klone erzeugt.
Revolution in der Medizin
Außerhalb menschlichen Klonens, das ethisch umstritten ist, zielt die Technik auf medizinische Fortschritte ab.
Nagetier-Modelle sind kostengünstig, doch genetische Unterschiede zum Menschen führen oft zu Fehlschlägen: Therapien wirken bei Mäusen, scheitern beim Menschen. Affen als Modelle könnten das ändern.
"Mit geklonten Affen können wir denselben genetischen Hintergrund schaffen, außer einem manipulierten Gen", sagt Seniorautor Qiang Sun. "Das ermöglicht präzise Modelle für Hirnerkrankungen, Krebs, Immun- oder Stoffwechselstörungen – und Tests von Medikamenten vor Klinikstudien."
In der EU ist Primatenforschung streng reguliert und nur erlaubt, wenn Alternativen fehlen; in manchen Ländern verboten. Die Forscher folgten US-NIH-Richtlinien.
Sie optimieren den Prozess für höhere Erfolgsraten und überwachen Zhong Zhong und Hua Hua auf normale Entwicklung.
Die Studie erschien in Cell.