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Wissenschaftler entdecken neue Virusfamilie Autolykiviridae in Ozeanen – seit Jahrtausenden aktiv

In einem bahnbrechenden Moment haben Forscher eine bislang unbekannte Virusfamilie entdeckt, die seit Jahrtausenden in den Ozeanen – und möglicherweise in unseren Mägen – existiert.

Wissenschaftler entdecken neue Virusfamilie Autolykiviridae in Ozeanen – seit Jahrtausenden aktiv

Ein Team vom MIT zusammen mit Kollegen vom Albert Einstein College of Medicine in New York analysierte drei Monate lang Meerwasserproben von der Küste Massachusetts. Die genaue Begründung für die Probenentnahme bleibt unklar, doch diese Arbeit enthüllte eine zuvor unbekannte Virusfamilie.

In ihrer Publikation tauften die Forscher die Entdeckung Autolykiviridae, benannt nach der griechischen Mythosfigur Autolykos, einem listigen Dieb, der schwer zu fassen war.

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Die Entdeckung war herausfordernd: In einem Milliliter Meerwasser wimmelt es von etwa 10 Millionen Viren inmitten unzähliger Bakterien. Standard-Labortests übersahen die Familie, doch durch innovative Inkubationsmethoden isolierten die Wissenschaftler die Viren erfolgreich aus den Proben.

Sie fragen sich, warum diese Entdeckung relevant ist? Für den Alltag mag sie marginal wirken, doch für Biologen schließt sie eine Lücke in der Virusevolution. Autolykiviridae sind besonders aggressiv und ernähren sich von mehr Bakterien als andere Viren, was sie zu Schlüsselregulatoren des Bakterienlebens in Ozeanen macht.

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"Sie verursachten etwa 40 % der beobachteten Bakterienabtötung, obwohl sie nur 10 % der isolierten Viren ausmachten", erklärt Mikrobiologin Libusha Kelly.

Potenziell regulieren Autolykiviridae auch Bakterien im menschlichen Körper: Das Team fand verwandte Sequenzen im Darmmikrobiom. „Wir haben verwandte virale Sequenzen im [menschlichen] Darmmikrobiom gefunden“, sagt Kelly, „aber wir wissen noch nicht, wie sie die mikrobiellen Gemeinschaften beeinflussen oder wie wichtig sie für die Gesundheit sind.“