Haben Sie eine Ahnung, welche Netflix-Serien wirklich am populärsten sind? Gespräche mit Freunden und Familie geben Hinweise, doch genaue Zahlen kennt nur das Unternehmen selbst.

Das renommierte Analyseunternehmen Nielsen kündigt nun an, Netflix-Popularität objektiv zu messen – indem es Fernsehgeräte in US-Haushalten abhört. In einem zweimonatigen Test mit Audioerkennungssoftware wurden Daten aus 44.000 Haushalten gesammelt, die bisher nicht veröffentlicht wurden. Ob Netflix, das kürzlich 8 Milliarden US-Dollar in Originalinhalte wie Filme und Anime investieren will, diese Transparenz begrüßt, ist fraglich.
Seit 2014 trackt Nielsen Zuschauerzahlen für Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime und Hulu – zunächst nur für zahlende Kunden. Nun stehen präzise Daten allen Interessenten zur Verfügung, gegen Gebühr.
Laut Nielsen nutzen bereits Branchenführer wie A&E Networks, Disney-ABC TV Group, Lionsgate, NBCUniversal und Warner Bros. den Service. Sie erhalten detaillierte Zuschauerzahlen für ihre lizenzierten Inhalte auf Netflix. Dies markiert den ersten unabhängigen Standard für Streaming-Metriken.

„Die Messung von Streaming-Video-on-Demand war lange ein blinder Fleck in der Branche“, erklärt Megan Clarken, Präsidentin für Produktführung bei Nielsen. „Assets plattformübergreifend von einer unabhängigen Drittpartei messen zu lassen, ist essenziell für Studios, Lizenzgeber und Rechteinhaber.“
Die Methode zählt jedoch nur TV-Zuschauer – Laptops und Tablets bleiben außen vor. Frühere Ansätze anderer Firmen, wie Symphony Advanced Media mit nur 15.000 Teilnehmern, wurden von Netflix-Chef Ted Sarandos als ungenau kritisiert. Clarken betont Nielsens Überlegenheit: „Unser Panel folgt dem Goldstandard der Rekrutierung und ist repräsentativ – weit über bloße Analysen hinaus. Wir liefern bewährte Ratings.“