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The Glass Room: Mozilla enthüllt die Geheimnisse Ihres digitalen Lebens in faszinierender Pop-up-Ausstellung

„Wir wissen, wo Sie sind.“ Diese Worte von Googles Eric Schmidt aus einer Rede von 2010 prangen inmitten eines komplexen Gewebes aus bunten Schnüren. Die Installation „The Alphabet Empire“ umspannt eine Metropole aus Nägeln auf einem Tisch und visualisiert eindrucksvoll, wie bekannte Dienste wie YouTube und Android mit einem Netz obskurer Unternehmen verknüpft sind. Sie vermittelt den wahren Umfang des Technologieimperiums.

The Glass Room: Mozilla enthüllt die Geheimnisse Ihres digitalen Lebens in faszinierender Pop-up-Ausstellung

Diese Visualisierung bildet das Herzstück einer neuen Pop-up-Ausstellung in der Charing Cross Road in London. Entstanden in Kooperation zwischen Mozilla und dem Tactical Technology Collective im Rahmen des MozFest, macht sie abstrakte Themen wie Datennutzung greifbar. Viele wissen vage, dass Konzerne wie Google und Facebook mit unseren Daten Umsatz generieren und Datenschutz wichtig ist. Doch The Glass Room weckt diese Erkenntnis auf eindringliche Weise. Das Sprichwort „Wenn du nicht für das Produkt bezahlst, bist du das Produkt“ war nie relevanter.

The Glass Room: Mozilla enthüllt die Geheimnisse Ihres digitalen Lebens in faszinierender Pop-up-Ausstellung

Mozilla, Schöpfer von Firefox, setzt sich seit Langem für Privatsphäre ein. Hier tritt es bescheiden zurück, um dem Tactical Technology Collective und seinen Künstlerkooperationen Raum zu geben. Die Installationen machen immaterielle Datenströme visuell, greifbar und sogar humorvoll.

James Bridles „Where the F**k was I?“ ist ein Buch mit Karten, die 35.801 Orte tracken, die sein iPhone von Juni 2010 bis April 2011 protokolliert hat. Diese Daten gehören Apple und wurden unwissentlich gesammelt.

Manuel Beltráns „Data Production Labour“ überwacht mit Sensoren Hand und Gesicht beim Facebook-Scrollen und quantifiziert Emotionen sowie den „Wert“ einer Zweiminuten-Session. Die IMediengruppe Bitnik porträtiert in „Ashley Madison Angels at Work in London“ sechs der 436 „Fembots“, die nach dem Datenleck 2015 in der Nähe aktiv waren. Adam R. Harveys „Megaface“ matcht Gesichter mit Flickr-Datenbanken – alles ohne Einwilligung.

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Diese spielerischen Werke illustrieren Datenmissbrauchspotenziale. Beunruhigender sind Alltagsprojekte: Die Bill & Melinda Gates Foundation finanziert Mikrochips zur Fruchtbarkeitskontrolle für bis zu 16 Jahre. Ein Video zeigt Tracker für Ältere am Bett oder Medikamentenflasche.

Verwandte Themen: Sim-Städte, die reale Interaktion fördern; Apples Datenschutzversprechen; Künstlerin Anna Ridlers Werk zu maschinellem Lernen. Solche Initiativen mögen gut gemeint sein, werfen aber Fragen zur Kontrolle auf.

„Nicht jeder, der Daten nutzt, hat böse Absichten, aber kritisches Denken ist essenziell“, betont Mary Ellen Muckerman von Mozilla. „Themen der Internet-Riesen werden alltäglich diskutiert – wie am Küchentisch.”

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The Glass Room regt zum Diskutieren an, ohne zu erschrecken. „Unbehagen muss dosiert sein, damit Handlungsspielraum bleibt“, sagt Mitbegründer Marek Tuszynski vom Tactical Technology Collective.

The Glass Room ist bis 12. November in der Charing Cross Road 69–71 geöffnet.