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Warum der Nacktmull zu den faszinierendsten Säugetieren der Welt gehört

Als ich vor Kurzem auf der New Scientist Live einen Stand zu Nacktmullen entdeckte, war ich baff. Dieses haarlose, grabende Nagetier – oft unterschätzt wegen seines ungewöhnlichen Aussehens – birgt Eigenschaften, die unser Verständnis von Biologie und Medizin revolutionieren könnten. Forscher weltweit studieren es intensiv, um Therapien gegen Krebs, Atemwegserkrankungen und Altern zu entwickeln.

Warum der Nacktmull zu den faszinierendsten Säugetieren der Welt gehört

Nacktmulle (Heterocephalus glaber) leben in unterirdischen Kolonien und weichen in vielerlei Hinsicht von anderen Säugetieren ab. Hier die wichtigsten Gründe für ihre Einzigartigkeit:

1. Eine einzigartige eusoziale Gesellschaftsstruktur

Warum der Nacktmull zu den faszinierendsten Säugetieren der Welt gehörtBild: Bob Owen – Flickr

Im Gegensatz zu allen anderen Säugetieren bildet der Nacktmull eine eusoziale Kolonie ähnlich wie bei Ameisen oder Termiten. Nur eine 'Königin' – ein einzelnes Weibchen – paart sich mit wenigen Männchen. Die übrigen Tiere sind unfruchtbare Arbeiter. Faszinierend: Nicht-reproduktive Weibchen können bei Bedarf zur Königin werden, wobei ihre Physiologie sich anpasst. Diese Struktur unterstreicht die evolutionäre Anpassungsfähigkeit.

2. Extrem widerstandsfähig gegen Sauerstoffmangel

Warum der Nacktmull zu den faszinierendsten Säugetieren der Welt gehörtBild: Bernard Dupont – Flickr

In engen Höhlen mit wenig Sauerstoff kommt der Nacktmull mit nur 5 % O2 aus. Er überlebt sogar 80 % CO2 oder bis zu 20 Minuten ohne Sauerstoff – ohne bleibende Schäden. Dank effizienter Lungen und Blutaufnahme sowie der Fähigkeit, Fruktose als alternative Energiequelle zu nutzen, sinkt die Herzfrequenz, doch das Tier erholt sich rasch. Das hat enorme Implikationen für die Behandlung von Hypoxie bei Menschen.

3. Hohe Krebsresistenz

Warum der Nacktmull zu den faszinierendsten Säugetieren der Welt gehört

Der Nacktmull ist nahezu krebsimmun. Gene wie p27 und p16 stoppen Zellvermehrung frühzeitig: p16 greift bei niedriger Dichte ein und schafft eine doppelte Barriere gegen Tumore. Diese genetische Schutzmechanik ist Gegenstand intensiver Forschung für neue Krebs-Therapien.

4. Schmerzunempfindlichkeit

Warum der Nacktmull zu den faszinierendsten Säugetieren der Welt gehört

Fehlender Neurotransmitter Substanz P verhindert Schmerzsignale in der Haut. Selbst bei Säureexposition spürt der Nacktmull nichts – eine Eigenschaft, die erhalten bleibt, auch wenn Substanz P injiziert wird. Das erklärt auch, warum er nicht kratzt oder juckt. Potenzial für schmerzlindernde Medikamente.

5. Rekordhalter unter Nagetieren: Bis zu 32 Jahre alt

Warum der Nacktmull zu den faszinierendsten Säugetieren der Welt gehört

Als längstes lebendes Nagetier erreicht der Nacktmull bis zu 32 Jahre. Krebsresistenz, regulierbare Gefäßfunktion und ein 'torporähnlicher' Zustand verlangsamen den Stoffwechsel. Zudem teilt er mit uns DNA-Reparaturmechanismen, die Altern verzögern – ein Schlüssel zu Langlebigkeitsforschung.

Hauptbild: Tim Evanson – Flickr