Ein bahnbrechendes Projekt der Wits University streamt Gehirnströme von Menschen live ins Internet. Dazu wird ein kommerzielles Emotiv-EEG-Gerät mit einem Raspberry Pi kombiniert.
Das als „Brainternet“ bekannte System platziert Elektroden auf der Kopfhaut eines Freiwilligen, um die elektrische Gehirnaktivität zu messen. Die Signale werden in Echtzeit über den Raspberry Pi auf eine Open-Source-Website gestreamt.
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Adam Pantanowitz, Dozent an der Wits School of Electrical and Information Engineering, leitete das Projekt zusammen mit den Studentinnen Jemma-Faye Chait und Danielle Winter. Sie sehen darin eine Weltneuheit, die Türen für die Hirnforschung öffnet – etwa durch skalierbare Datenerfassung für maschinelles Lernen.
„Brainternet markiert eine neue Grenze bei Gehirn-Computer-Schnittstellen“, erklärt Pantanowitz. „Es fehlt an zugänglichen Daten zur Gehirnfunktion. Unser System vereinfacht das Verständnis des eigenen und fremder Gehirne durch kontinuierliche Überwachung und Interaktivität.“
Das menschliche Gehirn bleibt eines der großen Rätsel. „Unser Ziel: Benutzer sollen Stimuli an ihr Gehirn senden und Reaktionen live sehen“, so Pantanowitz.
Zukünftig könnte Brainternet via Smartphone-App Daten für KI-Algorithmen klassifizieren und bidirektionale Kommunikation ermöglichen – Input und Output zum Gehirn. Dies könnte Fortschritte bei Gehirn-Computer-Interfaces wie Elon Musks Neural Lace bringen.