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Zukunft der Gig Economy: Plattformen, Automatisierung und algorithmisches Management

Es war ein herausforderndes Jahr für Uber. Während Kritiker die Unternehmenskultur des Ride-Sharing-Pioniers bemängeln, profitieren andere Akteure der Gig Economy stillschweigend davon, dass Uber Vorgaben zu Transport, Beschäftigung und mehr auf den Prüfstand stellt.

Zukunft der Gig Economy: Plattformen, Automatisierung und algorithmisches Management

Unternehmen wie Uber, Airbnb oder Lieferdienste teilen eine Kernkompetenz: Sie revolutionieren die Arbeitswelt. Der Begriff hat sich von „Sharing Economy“ zur treffenderen „Gig Economy“ gewandelt, in der Freelancer als unabhängige Auftragnehmer agieren. Das ermöglicht Flexibilität bei schwankender Nachfrage – ohne klassische Sozialleistungen.

Regulierer kontern, Uber kämpft vor Gericht in Großbritannien und anderswo. Doch die Gig Economy treibt technologische Veränderungen voran: Jobs werden in automatisierbare Einheiten zerlegt, Plattformen vermitteln Arbeit, Algorithmen leiten.

Arbeit als Plattform

Viele Briten haben das 9-to-5-Modell gegen flexible Zeiten getauscht. Laut Direct Line stieg die Zahl der Freelancer in den letzten zehn Jahren um 23 Prozent – nun jeder siebte Arbeitnehmer.

Zukunft der Gig Economy: Plattformen, Automatisierung und algorithmisches Management

Statt Rechnungen nach Projekten zu stellen, buchen Freelancer Jobs über Apps wie Uber, Deliveroo, Upwork, TaskRabbit oder Amazon Mechanical Turk.

Helen Poitevin, Research Director bei Gartner, prognostiziert: Plattformen erobern auch Beratung, Profi-Dienste und Einzelhandel. „Viele Beratungsfirmen bieten Services sharing-ähnlich an“, sagte sie gegenüber Alphr. „Im Retail teilen Marken Personal flexibel – z. B. bei Ausfällen.“

Solche Systeme automatisieren die Personalplanung und ersparen Manager. „Technologie matched Bedarf und Anbieter – Unternehmensstufen werden überflüssig“, erklärt Poitevin.

Blockchain könnte Zahlungen tracken, wie bei Bitcoin. „Die Einstiegshürde ist niedrig. Blockchain sorgt für Transparenz, Rechenschaft und faire Vergütung“, betont sie.

Alex Rosenblat von Data & Society sieht Chancen: „Technologie vereinfacht Jobsuche.“ Doch: „Sie hebt auch Schutzrechte auf.“

Automatisierungsfreundlich

Gig-Jobs sind automatisierungsanfällig. Poitevin: „Mittelsmänner entfallen, Teile der Arbeit werden durch KI ersetzt.“ Uber setzt auf autonomes Fahren, repetitive Tasks bei Mechanical Turk oder Upwork konkurrieren mit Bots.

Zukunft der Gig Economy: Plattformen, Automatisierung und algorithmisches ManagementRoomba: Bald Ihr Job-Konkurrent?

Dennoch schafft die Gig Economy neue Rollen wie Airbnb-Hosts. „Technologie erzeugt mehr Chancen als Verluste“, sagt Poitevin. Rosenblat warnt: „Es geht um Qualität – Automatisierung vertieft die Kluft zwischen guten und schlechten Jobs.“

Verwaltung durch Algorithmen

Algorithmen werden zum Chef. „Uber vermarktet Unternehmertum, doch Fahrer managt ein Algorithmus“, beobachtet Rosenblat.

Bewertungen (Sterne) entscheiden über Jobs. „Bald bewerten Algorithmen Sie 1-5-Sterne“, prophezeit sie. Gamification via Daten ersetzt menschliche Kontrolle.

Datenfeedback variiert: Manche lieben es, andere hassen es. Regulierer hinken nach – doch Plattformen, Blockchain-Zahlungen und Algo-Management formen die Arbeitswelt neu. Ihr Chef als Algorithmus? Klingt verlockend – doch mehr als eine Bot-Note steckt dahinter.