Einige der größten Errungenschaften der Menschheit entstanden aus edlen Motiven. Das Taj Mahal etwa ließ Shah Jahan als Grabstätte für seine Lieblingsfrau errichten – ein Satz, der ohne das Wort „Favorit“ noch romantischer klingt.
Laut Scott Forstall, ehemaligem Senior Vice President für iOS-Software bei Apple, hat das iPhone eine weitaus weniger noble, aber hochinteressante Herkunftsgeschichte.
„Es begann, weil Steve diesen Typen bei Microsoft hasste“, erklärte Forstall bei einer Veranstaltung zum 10. Jubiläum des iPhone. Der Betroffene blieb anonym, es war nicht Bill Gates („er fing an, Bill zu mögen“). Es handelte sich um den Ehemann einer Freundin von Laurene Powell Jobs, weshalb Steve Jobs später viel Zeit mit ihm verbrachte. „Jedes Mal, wenn er soziale Interaktion mit diesem Typen hatte, kam er wütend zurück“, so Forstall. 
Dieser Microsoft-Mitarbeiter hatte sich über den bevorstehenden Tablet-PC gefreut – und das weckte in Jobs den Wunsch nach einem tragbaren Touchscreen-Computer.
Nach einigen Kraftausdrücken informierte Jobs sein Team über den neuen Rivalen: „Lasst uns ihnen zeigen, wie es wirklich geht. Erstens: Sie sind Idioten. Sie verwenden einen Stift.“ Jobs betonte, der Finger sei besser, da man ihn nicht verlieren könne – ein Argument, das schwer zu widerlegen ist.
Siehe verwandt: Steve Jobs: Wie hat er Apple verändert? Wie Steve Jobs den iPod eingeführt und Apple gerettet hat
Frühe Prototypen ähnelten eher einem Tisch als dem iPhone („würde nicht ins Badezimmer passen, geschweige denn in die Hosentasche“). Doch die Ingenieure arbeiteten bis 2004 am kapazitiven Multi-Touch-Display weiter. Dort kam Jobs die Idee, es zu einem Telefon zu machen. In einem Café bemerkte er Leute mit Handys, die alle unzufrieden wirkten. So entstand Project Purple, das 2007 zum revolutionären iPhone führte.
Forstall selbst hatte „kein Recht“, an einem Telefon-Projekt mitzuarbeiten: „Die erste SMS, die ich je verschickt habe, war auf dem iPhone – SMS war vorher schrecklich.“
Das vollständige Interview mit Scott Forstall finden Sie unten. Der relevante Teil beginnt bei ca. 1:07 Minuten, der iPhone-Abschnitt bei 1:29:51.
Für eine positivere Jobs-Anekdote: Bei 1:46:50 beschreibt Forstall, wie Jobs ihm das Leben rettete. Übrigens betrog Jobs Apple auch um kostenlose Mittagessen.
Bilder: Gadgetdude und theritters, verwendet unter Creative Commons