Die Bildschirmgröße und Pixeldichte zählen zu den stärksten Verkaufsargumenten der neuen iPhones von Apple. Eine frische Klage aus Kalifornien wirft dem Konzern jedoch vor, dass Kunden weniger Displayfläche erhalten, als versprochen.

Siehe verwandte Artikel: Apple wegen Kartellverstoßes im App Store verklagt und Apple vor US-Senat: Vorwürfe zur iPhone-Verlangsamung.
Zwei Kläger aus Kalifornien beschuldigen Apple der irreführenden Werbung. Sie behaupten, die physische Bildschirmgröße und -auflösung der Modelle iPhone X, iPhone Xs und iPhone Xs Max sei geringer als angegeben. Der Fall soll zu einer Sammelklage werden, um Entschädigungen für alle betroffenen iPhone-Kunden zu erstreiten.
Die Klage kritisiert, dass Apple nicht nutzbare Bereiche wie abgerundete Ecken und die Notch (Kerbe) in die Diagonale mit einbezieht. Traditionell misst man die Bildschirmdiagonale zwischen gegenüberliegenden Ecken. Bei abgerundeten Displays berechnet Apple laut Klage jedoch fiktive gerade Ecken.
Beispiel iPhone X: Apple wirbt mit 5,8 Zoll Diagonale als größtem Display bisher. Tatsächlich nutzbar: Nur ca. 5,69 Zoll – ein relevanter Unterschied.
Auch die Auflösung wird angezweifelt: Apple-Displays nutzen ein PenTile-Layout mit nur zwei Subpixeln pro Pixel (Rot/Grün und Blau/Grün), statt der üblichen drei (RGB). Kunden erwarten nach Angabe der Kläger eine höhere Schärfe. Abgerundete Ecken verschlechtern die reale Auflösung zusätzlich.
Apple betont Displays stark im Marketing, z. B. beim iPhone X 2017 mit dem Slogan „It’s all screen“ – trotz der prominenten Notch.
Apples Rechtsabteilung hat viel zu tun: Kämpfe gegen Drittreparaturen, Logo-Missbrauch, Kartellvorwürfe zum App Store und die #BatteryGate-Affäre zur iPhone-Verlangsamung. Da das iPhone Xs jedoch nur mäßig gefragt war, könnte die Sammelklage an Mitklägern scheitern.