Die Vier-Tage-Arbeitswoche gilt vielen Arbeitnehmern als der Heilige Gral. Jede Woche würde sich wie eine verlängerte Feiertagswoche anfühlen – und bei einem Feiertag nur noch drei Bürotage. Ein Traum, der dank technologischer Fortschritte realistisch wird.
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Auf der Jahrestagung des Gewerkschaftskongresses in Manchester plädierte Generalsekretärin Frances O’Grady leidenschaftlich für die Vier-Tage-Woche. „Ich glaube, dass wir in diesem Jahrhundert eine Vier-Tage-Arbeitswoche mit angemessener Bezahlung für alle durchsetzen können“, sagte sie. In Zeiten rasanter industrieller Umwälzungen sehe sie die ideale Gelegenheit, „die Kontrolle über die Arbeitszeit zurückzugewinnen“.
O’Grady ist nicht allein. Serienunternehmer Richard Branson, einer der reichsten Bürger Großbritanniens, hält die Fünf-Tage-Woche für überholt. „Fahrerlose Autos und Drohnen werden Realität, Maschinen übernehmen immer mehr Jobs“, schrieb er im Januar. „Regierungen und Unternehmen können diesen Fortschritt nutzen, um zu intelligenten Arbeitsmodellen überzuleiten – zum Vorteil aller.“
Die Gig-Economy verändert die Arbeitswelt bereits, jüngere Generationen definieren Jobs neu. Kein Wunder, dass Ideen wie das universelle Grundeinkommen an Boden gewinnen und in Pilotprojekten erfolgreich laufen.
Eine kürzere Woche klingt utopisch, doch Praxisbeispiele widerlegen das. Perpetual Guardian in Neuseeland testete mit 240 Mitarbeitern: Gleicher Lohn für vier Tage statt fünf. Ergebnis: 78 % balancierten Arbeit und Privatleben besser (vorher nur 58 %). Mitarbeiter waren zufriedener, gestresster reduziert, Produktivität stieg – das Unternehmen boomt.
Solche Studien untermauern den Fall. Wie O’Grady betonte: Früher kämpften wir für den Acht-Stunden-Tag. Die Vier-Tage-Woche ist der nächste logische Schritt.