Als einer der prominentesten YouTube-Creator mit über 6 Millionen Abonnenten hat Philip DeFranco eine treue Fangemeinde. Selbst ich, der nur selten stundenlang auf der Plattform unterwegs ist – meist um meine Freundin mit unerwünschten Videos via Chromecast zu necken –, kenne seine Arbeit gut.
DeFranco liefert hochkarätige, reflektierte Monologe zu aktuellen Nachrichten und YouTube-Trends. Er scheut sich nicht, die dunklen Seiten der Plattform-Algorithmen anzuprangern, die oft schockierende Inhalte über fundierte Diskussionen stellen. Als erfahrener Beobachter der Creator-Szene sehe ich in ihm eine der wenigen besonnenen Stimmen in einem Meer aus Sensationsgier.
YouTube sollte aufmerken: Einer seiner langjährigsten Creator ist enttäuscht genug, um eine eigene Video-Plattform zu launchen. DeFranco hat YouTube einst als „alkoholischen, nachlässigen Stiefvater“ tituliert und Bedenken geäußert, dass seine Show durch undurchsichtige Dämonetisierungen „möglicherweise nicht überleben kann“. „Es ist egal, ob ihr [YouTube] das Auto absichtlich gegen einen Baum lenkt oder am Steuer einschlaft – das Ergebnis ist dasselbe“, erklärt er in einem Video.
Siehe auch: Warum YouTubes Plan, Verschwörungstheoretiker mit Wikipedia aufzuklären, schwach und faul ist und einfach nicht funktioniert. 96,5 % der YouTuber verdienen weniger als 8.750 £ pro Jahr (meist weit weniger).
Mit 6.142.498 Abonnenten bietet DeFranco Now seinen Fans nun eine Alternative: Videos ohne YouTubes algorithmische Hürden. Die App ist für iOS und Desktop verfügbar, basiert auf Snakt (wo DeFranco berät) und belebt eine vergessene YouTube-Funktion: Videoantworten. „Ich wollte keinen Monolog – ich will Dialog. Kommentare sind Text, aber Video-zu-Video ist tiefer. In die Augen schauen macht es authentischer“, betont er.
Ob viele Abonnenten folgen, bleibt abzuwarten. YouTubes Bequemlichkeit ist unschlagbar – trotz aller Kritik. Als YouTube-Experte bin ich gespannt, ob DeFrancos Move die Creator-Landschaft verändert.