Ein Palästinenser aus dem Westjordanland wurde letzte Woche von der israelischen Polizei festgenommen. Grund: Ein Facebook-Post auf Arabisch, der „Guten Morgen“ sagte, wurde automatisch ins Hebräische übersetzt und dort als „angreifen“ interpretiert.

Eine Sprecherin des Polizeidistrikts Westjordanland bestätigte dies gegenüber The Times of Israel. Der Bauarbeiter wurde wegen Verdachts auf Volksverhetzung kurzzeitig inhaftiert, nach Klärung des Fehlers jedoch freigelassen.
Siehe zugehörige Vorschau: Skype Translator – Echtzeit-Sprachübersetzung für Google Übersetzer
Zwischen dem arabischen „Guten Morgen euch allen“ und dem hebräischen „greift sie an“ gibt es nur einen Buchstabenunterschied, wie der Bericht erläutert. Facebooks automatische Übersetzung war nicht von einem arabischsprachigen Beamten geprüft worden.
Der Post zeigte den Mann mit Zigarette neben einem Bagger (JCB). In Kombination mit der Fehlübersetzung hielten die Behörden dies für bedrohlich – eine Anspielung auf frühere Bulldozer-Anschläge. Der Beitrag wurde gelöscht.
Facebook hat kürzlich seine Übersetzungsmethode verbessert und steigt auf neuronale maschinelle Übersetzung um, mit Convolutional Neural Networks (CNNs) und Recurrent Neural Networks (RNNs). Dies soll Geschwindigkeit und Qualität steigern, statt phrasenbasierter statistischer Ansätze.

„Unser Problem unterscheidet sich von Standardfällen, vor allem wegen der umgangssprachlichen Sprache und Akronyme auf Facebook“, erklärte Necip Fazil Ayan, Engineering Manager in der Sprachtechnologiegruppe. „Der Stil ist hochgradig variabel.“
Solche Pannen sind nicht neu: Letztes Jahr übersetzte Google „Russische Föderation“ zu „Mordor“ aus Herr der Ringe. Experten betonen, dass Kontextabhängigkeit von Sprache solche Fehler unvermeidbar macht.