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'Perfect Blue' (1997): Wie Satoshi Kon unsere Social-Media-Probleme prophetisch vorhersagte

Perfect Blue spielt in einer Ära, in der MiniDiscs noch aktuell waren, Faxgeräte alltäglich und das Internet nicht für jeden zugänglich. Trotz dieser kulturellen Anker aus der Vergangenheit trägt der Film von Satoshi Kon, 20 Jahre nach seiner Premiere, eine Botschaft, die unsere internetdurchflutete Gesellschaft bis ins Mark trifft.

 Perfect Blue  (1997): Wie Satoshi Kon unsere Social-Media-Probleme prophetisch vorhersagte

Die Geschichte folgt Mima Kirigoe, einem japanischen Idol, das seine Gesangskarriere aufgibt, um Schauspielerin zu werden. Perfect Blue beleuchtet die zerstörerischen Auswirkungen von Social Media auf die Psyche – lange bevor Plattformen wie Twitter, Instagram, Facebook und Snapchat uns zwangen, eine gefilterte Version unseres Ichs zu präsentieren. Der Film warnt vor den Gefahren personalisierter Webseiten als Vorläufer moderner Social-Media-Linsen.

Nach ihrem Karrierewechsel entdeckt Mima eine Website, die als ihr persönliches Tagebuch posiert: 'Mimas Zimmer'. Die Autorin kennt intime Details – vom Fuß, mit dem sie aus dem Zug stieg, bis hin zu ihrer Frustration über die erste Zeile in einer TV-Serie.

Diese Kleinigkeiten wirken harmlos, doch während Mimas reales Leben zerfällt, wird 'Mimas Zimmer' zu ihrer Realitätsverankerung. Die idealisierte, gefilterte Version dort erscheint echter als ihr Alltag. Ihre Entfremdung resultiert aus der Überbewertung dieser digitalen Illusion.

 Perfect Blue  (1997): Wie Satoshi Kon unsere Social-Media-Probleme prophetisch vorhersagte

Satoshi Kon schont seine Protagonistin nicht: Die Ereignisse eskalieren brutal und verstörend. Diese Intensität unterstreicht, wie egal Mimas echtes Leben wird, solange eine 'bessere' Version online existiert.

Auf den ersten Blick radikal, doch der Film enthüllt subtil, wer hinter 'Mimas Zimmer' steckt. Er thematisiert den Verlust der Privatsphäre – 1997 futuristisch, 2017 erschreckend aktuell für die Instagram- und Snapchat-Generation. In Zeiten permanenter Voyeurismen ist Perfect Blue relevanter denn je.

Kons visionäres Werk prägte das Kino nachhaltig. Seine präzisen Technologie-Vorhersagen inspirierten Hollywood-Meisterwerke wie Fight Club, Inception und Requiem for a Dream.

 Perfect Blue  (1997): Wie Satoshi Kon unsere Social-Media-Probleme prophetisch vorhersagte

Darren Aronofsky, Regisseur von Mother!, erwarb sogar die Rechte für ein Live-Action-Remake – leider unrealisiert. Einflüsse zeigen sich in Requiem for a Dream und Black Swan. Bemerkenswert, dass diese Erzählung über verschwimmende Grenzen von Realität, Internet und Psyche von visionären Filmemachern ins Westen getragen wurde.

Zum 20-jährigen Jubiläum brachte Anime Ltd Perfect Blue für eine Nacht in Kinos landesweit heraus. Tickets gibt's bei Cineworld, Vue und PictureHouse.

Falls Sie keine Vorstellung schaffen: Der Film ist als Blu-ray und DVD erhältlich.