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Taylor-Review: Forderung nach stärkerem Schutz für Gig-Economy-Arbeiter

Sogenannte Gig-Economy-Arbeiter sollen durch die von Theresa May veröffentlichte Taylor-Review neue Schutzmaßnahmen erhalten. Der Bericht aus Downing Street untersucht moderne Arbeitspraktiken und adressiert die Herausforderungen flexibler Jobs bei Plattformen wie Uber und Deliveroo.

Matthew Taylor, ehemaliger Politikberater von Tony Blair und Leiter der RSA-Denkfabrik, schlägt eine neue Kategorie vor: „abhängige Auftragnehmer“. Diese unterscheiden sich von voll selbstständigen Freiberuflern. Wer unter der Kontrolle und Aufsicht eines Arbeitgebers steht, sollte Anspruch auf Urlaub und Krankengeld haben. „Eine stärkere Betonung der Kontrolle bei geringerer Gewichtung des persönlichen Dienstes schützt mehr Menschen durch das Arbeitsrecht“, heißt es im Bericht.

Obwohl keine generelle Mindestlohn-Pflicht für alle Gig-Arbeiter empfohlen wird, sollen Maßnahmen verhindern, dass sie unter dem nationalen Existenzminimum-Lohn bleiben.

„Zu viele Arbeitnehmer werden wie Rädchen behandelt, ohne Perspektive auf Fortschritt“, sagte Taylor der BBC.

„Verpasste Gelegenheit“

Theresa May präsentierte die Empfehlungen in einer Rede nach dem Wahlergebnis. Dennoch wurde der Bericht als „enttäuschende verpasste Gelegenheit“ kritisiert. Rebecca Long-Bailey (Labour) forderte im BBC-„Today“-Programm: „Wenn es wie ein Job aussieht, ist es ein Job – Arbeiter dürfen nicht als flexible Kräfte ausgebeutet werden.“

Tim Roache (Gewerkschaft GMB) lobte die Absichten, nannte die Ergebnisse aber enttäuschend: „Ausbeutung ist das Herzstück der Gig-Modelle. Ohne Regulierung bleibt das System bestehen.“

The Guardian weist auf Interessenkonflikte hin: Panelmitglied Greg Marsh war ehemaliger Deliveroo-Investor. Eine Gewerkschaft kritisiert dies als Beeinträchtigung der Integrität.

Uber antwortet

Uber begrüßt „größere Klarheit“ zum Beschäftigungsstatus. Andrew Byrne betont: „Selbstständige Taxifahrer gab es Jahrzehnte vor Apps wie Uber. Fahrer verdienen durchschnittlich 15 £/Stunde netto – über dem Existenzminimum. Wir investieren in Versicherungen.“ Deliveroo hat noch nicht reagiert.

Die Bedrohung durch Automatisierung

Der Bericht fordert Schutz vor Steuerhinterziehung durch Schwarzarbeit und adressiert Automatisierung. „Arbeitgeber müssen Jobs automatisierungstauglich gestalten“, heißt es darin. Schulen sollen auf vielfältige Karrieren vorbereiten.

Neue Jobs entstehen, doch Sektoren wie Lkw-Fahrer (McKinsey: 20 Millionen betroffen) sind gefährdet. Regierungen sollen lebenslanges Lernen fördern. Kritiker wie Tom Watson fordern eine „Automatisierung-Ministerin“ und Institutionen zur fairen Verteilung robotergeschaffenen Reichtums.