ICQ war in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren der beliebteste Messenger, bevor es in den 2010er-Jahren an Bedeutung verlor. Was geschah mit ICQ, warum erlebt es jetzt ein Comeback – und vor allem: Ist die aktuelle Version sicher? Als Experten für Messaging-Apps und Datenschutz klären wir das auf.
Die Geschichte des klassischen ICQ
1996 entwickelte das israelische Unternehmen Mirabilis ICQ („I seek you“) – einen der ersten Internet-Messenger. Vor ICQ kommunizierten Nutzer hauptsächlich per E-Mail. Die bequemen Chats machten ICQ zum sofortigen Erfolg.

Die Popularität lockte Konkurrenz an: Microsoft mit MSN Messenger, AOL und Yahoo! Messenger. Dennoch erreichte ICQ im Frühjahr 2001 weltweit 100 Millionen registrierte Nutzer.
Mit dem Boom sozialer Netzwerke wie Facebook in den späten 2000ern verloren dedizierte Messenger an Boden. Facebook bot eine intuitivere Oberfläche ohne komplizierte ID-Nummern. 2010 übernahm die russische Mail.ru Group (heute VK) ICQ und pflegt es weiter.
Das alte ICQ war nicht anonym: Keine Verschlüsselung für Texte, Hacker konnten Nachrichten abfangen. Drittanbieter-Tools knackten Passwörter und stahlen Konten.
ICQ New: Moderner Messenger mit neuem Schwung
Mail.ru relaunchte ICQ als ICQ New – ähnlich WhatsApp, Facebook Messenger oder Telegram. Es läuft auf allen Plattformen: Textchats, Sprach-/Videoanrufe, Gruppenchats und mehr.

Im Januar 2021 kletterte ICQ New in Hongkong hoch in den Charts von App Store und Google Play – ein Zuwachs von 35 % (Wall Street Journal). Grund: Kontroversen um WhatsApps Datenschutzupdate, das Daten an Facebook weiterleitet. Viele wechselten zu Signal, Telegram oder – nostalgisch – ICQ New. Doch ist es sicher? Hat es Verschlüsselung, und wie sieht der Datenschutz aus?
Sicherheitsanalyse: Verschlüsselung und Risiken von ICQ New
Moderne Messenger setzen auf starke Verschlüsselung. ICQ New bietet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) nur für Sprach- und Videoanrufe: Daten werden am Sender verschlüsselt und erst am Empfänger entschlüsselt – selbst ICQ kann nicht mitlesen.
Für Textchats fehlt E2EE jedoch: Dritte könnten sie abhören.
Ein kritischer Faktor ist der Standort: Mail.ru betreibt Server hauptsächlich in Russland. Russisches Recht zwingt zu Protokollierung von Nutzerdaten bei Ermittlungen oder Terrorverdacht.
Die Datenschutzrichtlinie erlaubt Weitergabe personenbezogener Daten an Behörden, bei Verdacht auf Illegalität oder Notfällen. ICQ kann Inhalte (Texte, Bilder, Videos) sowie IP-Adressen offenlegen. Anonymität ist also illusorisch.
Möchten Sie Ihre Chats schützen? Nutzen Sie ein VPN wie ClearVPN:
1. Installieren Sie ClearVPN (z. B. für macOS).
2. Öffnen Sie die App und wählen Sie „Alle Verknüpfungen“.
3. Aktivieren Sie die Verknüpfung für sichere Chats.
4. Fertig – Ihre Nachrichten sind geschützt! 👍

Sollten Sie ICQ New nutzen?
Perfekt für Nostalgiker: Anpassbare Status und Chatbot-API fehlen bei vielen Modernen. Bei hohen Ansprüchen an Privatsphäre empfehlen wir Alternativen wie Signal mit voller E2EE und sichereren Jurisdiktionen.
Fazit
ICQ boomte in den 90ern/2000ern, bis Facebook übernahm. Mail.ru wandelte es in ICQ New um – ähnlich Telegram oder Signal. 2021 profitierte es von WhatsApp-Kontroversen in Hongkong.
Ist ICQ New sicher? E2EE nur für Anrufe; Texte und Medien sind zugänglich. Bei Behördenanfragen teilt ICQ Inhalte und IP-Adressen. Für maximale Sicherheit: Bessere Alternativen wählen.