DeuAq.com >> Leben >  >> Elektronik

Startup-Horrorgeschichten: Die teuersten Fehlschläge und Lektionen für Gründer

Juicero gilt als Paradebeispiel für ein fragwürdiges Startup. Der internetverbundene Kaltpress-Entsafter scannt Barcodes auf Tüten mit gehacktem Obst und Gemüse und presst daraus frischen Saft. Die Maschine kostete 400 US-Dollar, die Tüten zwischen 5 US-Dollar für „Beta Glow“ (Karotten, Orange, Zitrone, Ingwer) und 7 US-Dollar für „Summer Bliss“ (Wassermelone, Zitrusfrüchte, Rüben und mehr).

Startup-Horrorgeschichten: Die teuersten Fehlschläge und Lektionen für Gründer

Ein stattlicher Preis für Saft, den man bei Waitrose für 2,80 £ pro halben Liter bekommt. Dennoch holte Juicero 120 Millionen US-Dollar Risikokapital ein. Alles änderte sich, als Bloomberg-Reporter die Tüten per Hand ausdrückten – genauso effektiv wie die Maschine. 18 Monate nach dem Launch stellte Juicero den Betrieb ein, nach über einer Million verkaufter Packs.

Startup-Horrorgeschichten: Die teuersten Fehlschläge und Lektionen für Gründer

Siehe auch: So starten Sie eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne: 12 Tipps für Kickstarter oder Indiegogo. So werden Sie in sieben Schritten Unternehmer. So gründen Sie ein Unternehmen: Die besten Erfolgstipps.

Das ist die Startup-Welt: Riesensummen fließen in ungetestete Ideen von unerfahrenen Gründern. 2016 beliefen sich Tech-Deals mit Private Equity und Venture Capital in Großbritannien auf 6,7 Mrd. £, Silicon-Valley-Startups holten 2017 25 Mrd. US-Dollar (19,06 Mrd. £) ein.

Viele geniale Ideen entstehen hier: Spotify, Netflix, PayPal. Doch Erfolge inspirieren Investoren, auch in riskante Projekte zu pumpen – und treiben Träume von Tech-Milliarden an.

Wir gönnen jedem seine Vision, doch bei manchen Ideen muss man schmunzeln – trotz Millionenfinanzierungen.

Ausgefallene Ideen oder geniale Innovationen?

„Der Markt entscheidet, welche Idee dumm ist oder nicht“

Silicon Valley liebt Verrückte: Die Yo-App schickte nur „Yo!“ an Freunde, Washboard lieferte für 26 US-Dollar (19 £) 20 US-Dollar (15 £) in Münzen für Waschsalons. Matt Kuppers, CEO von Startup Manufactory: „Es gab keinen Zweck, und dennoch gute Traktion. Der Markt entscheidet.“

Nicht nur Apps: Theranos versprach 2015 revolutionäre Bluttests, wurde auf 9 Mrd. US-Dollar (6,8 Mrd. £) geschätzt, holte 700 Mio. US-Dollar (533 Mio. £) ein. Elizabeth Holmes wurde jüngste Selfmade-Milliardärin. Doch die Technik funktionierte nicht – aufgedeckt vom Pulitzer-prämierten Wall Street Journal-Reporter John Carreyrou. FDA verbot das Edison-Gerät, Holmes durfte kein Labor betreiben. Theranos zahlte 4,6 Mio. US-Dollar Entschädigung an Arizona. Das Unternehmen entwickelt weiter eine neue Plattform.

Benedict Evans von Andreessen Horowitz: Viele bahnbrechende Technologien wirkten zunächst wie Spielzeug – Internet, Smartphones, PCs. „Viele Ideen scheitern, aber prüfen Sie: Funktioniert es? Spielt es eine Rolle?“ Juicero presste Saft, änderte aber nichts. Snapchat hingegen: 25 Mrd. US-Dollar nach Börsengang.

Startup-Horrorgeschichten: Die teuersten Fehlschläge und Lektionen für Gründer

Millionen ausgeben, bevor Umsatz fließt

App-Entwicklung frisst Kosten: Entwickler, Büros, Marketing. Doch viele vergessen protzige Extras. Crowdmix zog in Mind Candys alte Räume, entfernte die Rutsche für teures Geld, installierte Ghettoblaster-Reseps und Graffiti-Kunst – vor Produktlaunch. Bei Entlassungen drohten ausbleibende Abfindungen. 14 Mio. £ verbrannt, dann Übernahme.

„Für ein Startup serviert man nicht die ganze Nacht Champagner“

Powa Technologies, britisches Einhorn (Wert >1 Mrd. US-Dollar), scheiterte 2016 mit Verlusten von 30 Mio. £ jährlich bei geringem Umsatz. Gerüchte von Champagner-Partys mit Neon-Tänzern – CEO Dan Wagner bestreitet. Tony Craddock, Emerging Payments Association: „Das tun Investoren nicht gern.“

Startup-Horrorgeschichten: Die teuersten Fehlschläge und Lektionen für Gründer

Business Insider berichtet über Fling-Mitgründer Marco Nardone: Er warf seinem Vater (und Investor) ein Baguette an den Kopf. Partys mit Girls, 19-Tage-Shifts, Ibiza-Umzug. Hohe Gehälter, Luxusreisen – Konkurs folgte.

Parteien töten nicht, aber sie signalisieren Missmanagement.

Die Probleme der „Bro-Kultur“

Startup-Horrorgeschichten: Die teuersten Fehlschläge und Lektionen für Gründer

Schlechtes Benehmen pur: Uber-Skandale – #deleteUber, London-Verbot, Sexismus-Vorwürfe, Greyball-Software, Kalanicks Rauswurf. „Bro-Kultur“ dominiert. Dave McClure (500 Startups) trat nach Belästigungsvorwürfen zurück, ähnlich Sacca und Caldbeck.

Kuppers: „Meist weiße, mittelständische Männer leiten. Aber Veränderung kommt – Innovation globalisiert sich, Frauen steigen auf.“

Sind Startups sinnlos?

„Was macht ein gutes Startup aus? Hängt davon ab, wie man es betrachtet.“

Viele scheitern spektakulär, doch Spotify, Netflix, Facebook starteten ähnlich. PayPal: 2002 für 1,5 Mrd. US-Dollar (1,1 Mrd. £) an eBay, Elon Musk kassierte 165 Mio. US-Dollar (125 Mio. £) – Grundlage für Tesla, SpaceX.

Kuppers: „Gutes Startup schafft Umsatz und Wert. Der Markt bestätigt.“ Investoren wetten darauf.