Vor einigen Wochen lud mich Lexus ein, den hybridbetriebenen LC 500h von München nach Mailand zu fahren. Meine detaillierte Bewertung des LC 500h finden Sie hier. Kurz gesagt: Ein luxuriöses, komfortables GT-Auto, das auf der Autobahn entspannt gleitet und auf kurvigen Alpenstraßen lebendig wirkt. Kombiniert mit einem innovativen Hybridantrieb und einem atemberaubenden Design ist der LC 500h eine spannende Option im GT-Segment.

Von Curtis Moldrich
Doch der Hybrid LC 500h hatte einen Haken: den LC 500. Einen Tag später testete ich die reine V8-Version dieses Coupés – optisch fast identisch, aber mit einem brüllenden 5,0-Liter-V8 unter der Haube.
So konnte ich beide Modelle direkt auf denselben Strecken vergleichen und die Vorzüge eines klassischen V8 gegen den futuristischen Hybrid abwägen. Lesen Sie weiter für meinen ausführlichen LC 500-Test.
Lexus LC 500 Test: Design
Zumindest äußerlich ist der LC 500 dem LC 500h gleich – je nach Geschmack ein Plus oder Minus. Ich finde: Lexus hat mit diesem V8-Coupé ein visuelles Meisterwerk geschaffen. Biomechanische Kiemen, scharfe Kanten und Falten machen ihn einzigartig auf der Straße.

In dieser Preisklasse wirken die meisten Konkurrenten konservativ. Das Lexus-Designteam hat mutig zugeschlagen – und damit absolut richtig gelegen.
Lexus LC 500 Test: Innenraum
Innen- und Infotainment-Technik sind identisch mit dem LC 500h. Details dazu in meiner bestehenden Rezension. Hier die Zusammenfassung für den LC 500:
Anders als bei Konkurrenten mit Touchscreens und komplizierten Menüs setzt Lexus auf physische Schalter und Knöpfe für intuitive Bedienung.
Statt klassischem Display: ein 10,3-Zoll-LCD, gesteuert per Touchpad. Auf Ibiza fand ich es zunächst gewöhnungsbedürftig, doch in den Alpen nach Stunden: präzise und mit angenehmem Haptik-Feedback.

Das Navigationssystem überzeugte mit prompten, klaren Anweisungen. Der Tempomat war solide, aber nicht der intuitivste.

Mein Testexemplar hatte das Mark Levinson Soundsystem (13 Lautsprecher). Im Surround-Modus okay, aber ohne: schärfere Höhen, definierte Mitten und punchiges Low-End – Premium-Qualität.
Lexus LC 500 Test: Antriebsstrang
Nun zum Highlight: Wie schlägt sich der V8 gegen den LC 500h-Hybrid?
Als Hybrid-Fan (BMW i8, Honda NSX, McLaren P1) war ich voreingenommen. Der LC 500h ist 0-100 km/h schneller, sein Low-End-Drehmoment dominiert ab Lichtsignal.

Doch der LC 500 mit 461 PS V8 klingt episch. Auf Europas besten Straßen und in Tunneln ein Rausch, den der Hybrid nicht toppen konnte – trotz gleicher Höchstleistung.
Schuld am Hybrid: Das virtuelle 10-Gang-Getriebe dämpft den 3,5-Liter-V6-Sound unangenehm.

Beide wiegen ca. 2 Tonnen (LC 500: 1.935 kg, LC 500h: 2.011 kg) – Handling ausgeglichen, GT-tauglich für Langstrecken, nicht Supersportwagen-Agilität wie beim LFA.
Lexus LC 500 Test: Fazit
In Standardausstattung ist der LC 500 überlegen: Besserer Sound und Tempo, Hybrid-Getriebe enttäuscht. Beide kosten 76.595 £ – ich wähle den V8.