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KI-Bots meistern Astroturfing: Von Fake-Rezensionen bis politischer Propaganda

Trotz des enormen Potenzials künstlicher Intelligenz haben Bots noch einen weiten Weg vor sich, um vollständig als Menschen durchzugehen. Sie können nicht immer erkennen, ob ich ein Hund bin – aber Sie können sich einigermaßen sicher sein, dass ich kein Bot bin.

KI-Bots meistern Astroturfing: Von Fake-Rezensionen bis politischer Propaganda

Bei längeren Texten mit 300 bis 3.000 Wörtern bieten sich jedoch viele Angriffsflächen für Fehler – besonders bei maschinellem Lernen im Vergleich zu über 30 Jahren natürlicher Sprachbeherrschung. In Kurzform-Inhalten wie Social-Media-Posts oder Kommentaren, wo Grammatik flexibler ist, tarnt sich KI hervorragend. Eine Studie der University of Chicago aus der vergangenen Woche belegt dies: Ein trainierter Bot, der Restaurants bewertete, hielt mit Top-Astroturfern Schritt.

„Meine Familie und ich sind große Fans dieses Ortes“, hieß es in einer heimtückischen Yelp-Rezension des Bot-Gourmets. „Das Personal ist super nett und das Essen ist super. Das Huhn ist sehr gut und die Knoblauchsauce ist perfekt. Lecker ist auch Eis mit Früchten. Sehr empfehlenswert!“ Diese Texte umgingen Spam-Filter und wurden von Nutzern als hilfreich markiert – trotz des ungewöhnlichen „Eis mit Früchten“.

Soziologische Implikationen

Falsche Restauranttipps sind nur ein Einsatzgebiet. Twitter mit seinen 140-Zeichen-Limits eignet sich noch besser: Selbst Grammatikpuristen verkürzen hier. Bots schleichen sich nahtlos ein. Der Nutzen für Fake-Reviews ist klar, doch was bringt eine Armee zielloser Twitter-Bots? In der Politik: Propaganda. Bei der Charlottesville-Kundgebung 2017 stachelten russische Fake-Accounts mit #PhoenixRally, #Antifa und #MAGA Hashtags an. Rechtsextreme Rhetorik boomt – doch wie viel ist echt? Unklar.

Der Vorteil: Illusion eines falschen Konsenses. „Ziel ist ein trügerischer gesellschaftlicher Konsens“, erklärte Investigativ-Journalist Mike Hind gegenüber LBC. „Sie fluten das Netz, um dies als Normalität zu verkaufen.“

Ein Ort für die menschliche Note

Bots verraten sich oft. Doch menschlich wirkende Konten können Trolle sein. Nehmen Sie @DavidJo52951945: Pro-Brexit aus Southampton, postete aber in russischen Zeiten (5–17 Uhr). Trollfabriken trainieren Mitarbeiter 12 Stunden täglich zum Streiten. Nach Berichten von The Times ist das Konto nun privat. Eine russische Fabrik, enttarnt von der New York Times, hatte mindestens 400.000 $/Monat (~308.600 £) Budget. Propaganda zahlt sich aus – und macht Trolle entbehrlich.

Bei Desinformation siegt die menschliche Note: Einen Bot blockt man leicht („Ich hatte den gegrillten Veggie-Burger mit Pommes !!!! Ohhhh und Geschmack. Omgggg! Sehr lecker!“), doch ein Mensch zu ignorieren fühlt sich wie Echokammer-Austritt an. Bei hartnäckigen Keyboard-Kriegern: Zweifeln Sie nach. „Digitale Medienkompetenz ist die beste Verteidigung“, rät Hinds. „Erkennen, ignorieren, blockieren.“