Das neueste God of War markiert einen mutigen Neustart nach acht Jahren – weg von der griechischen Mythologie hin zu nordischen Göttern und Monstern. Als Action-Adventure verkörpert es pure Fantasy, verwebt mit einer emotionalen Vater-Sohn-Geschichte und einer rohen, männlichen Vision von Stärke. Doch darüber hinaus überzeugt es durch meisterhaftes Handwerk, echtes Herz und atemberaubende visuelle Pracht.
Der Protagonist Kratos ist gealtert, bärtig und lebt zurückgezogen mit seinem Sohn Atreus im Wald. Seine jugendliche Rage hat einem rauen Stoizismus Platz gemacht. Nach einer Einäscherung und einem unerwarteten Besuch macht sich Kratos mit seinem Jungen auf, die Asche einer geliebten Person auf einem nahen Berggipfel zu verstreuen.
Diese einfache Quest wirkt erfrischend unkompliziert, fernab der verworrenen Götterintrigen früherer Teile. Nordische Gottheiten kreuzen unvermeidlich den Weg und fallen, doch God of War fesselt durch die menschliche Tiefe der Vater-Sohn-Beziehung und den Umgang mit Verlust. Es ist eine berührende Geschichte inmitten mythischer Pracht.
Und welches Gewicht das Spiel hat! God of War fühlt sich in jedem Moment massiv an. Das Santa Monica Studio zaubert eine kolossale Welt, in der Kratos' Schritte donnern, das Rudern den Controller vibrieren lässt und die Leviathan-Axt mit satten Geräuschen einschlägt.
God of War Test: Gameplay
Große Teile des Spiels drehen sich um brutale Kämpfe gegen Draugr, Revenants und Trolle. Die alten Kettenschwerter sind passé – stattdessen dominiert die Leviathan-Axt, die geschwungen, geworfen und mit einem Knopfdruck zurückgerufen wird. Ähnlich wie Cappy in Super Mario Odyssey ist sie nicht nur Waffe, sondern Kern vieler Rätsel: Töpfe zerschmettern, Seile kappen – Axtwurf prägt das Gameplay in und außerhalb der Schlachten.
Im Kampf mischt es Dark Souls-artige Blocks, Ausweichmanöver und Paraden. Werft die Axt weg und prügelt mit Fäusten, um Betäubung aufzubauen – voll ausgenutzt für Doom-hafte Finisher. Manche Feinde widerstehen der Axt, was zu spontanen Anpassungen zwingt: Nahkampf, dann Axt-Rückruf. Mit Runenangriffen – Einfrieren oder Schild-Rush – wird es frenetisch.
Atreus ergänzt perfekt: Ein Knopf feuert Pfeile, ein anderer zielt präzise – abhängig von seiner Position. Statt nervig verbindet das KI-Junge Erzählung und Action. Er startet schwach, wächst mit dem Spiel und spiegelt seine Entwicklung wider.
God of War Test: Welt und Erkundung
God of War beeindruckt mit epischen Settings: Gewaltige Seen, Wälder, Berge und Jenseitswelten. Es nutzt einen semi-offenen Ansatz mit verzweigten Areas um einen zentralen Hub unter drohender Präsenz.
Die Hauptquest ist linear, doch Nebenquests und Challenges laden zur Erkundung ein. Metroidvania-Elemente sorgen für Rückkehr-Motivation, tiefe Schichten enthüllen sich später. Die Welt atmet Tiefe, trotz gelegentlicher Unglaublichkeiten wie unüberwindbaren Felsen für den trolltötenden Kratos.
Ressourcen für Upgrades treiben die Entdeckung an. Das RPG-System mit Ausrüstung – Stats-Boosts und Trade-offs – wirkt zunächst komplex, passt sich aber schnell an. Nebenquests, Rätsel, Bosskämpfe und Sammlobjekte belohnen echtes Forschen statt Icon-Jagd, wenngleich die Karte hilft.
God of War Test: Fazit
God of War (2018) spiegelt die Reife der Industrie: Von Studenten-Fantasien zur Vaterschaft. Sympathische Figuren und zartes Herz machen es sympathisch.
Von Bear McCrearys Soundtrack bis PS4-optimierten Grafiken: Top-Produktion. Traditionelles Design mit RPG- und Metroidvania-Elementen fügt sich nahtlos.
Ein fantastisches, episches Abenteuer
Erkundungsfreude und verknüpfte Story-Kampf machen es unvergesslich. Ein Meilenstein!